Christoph Schlingensief-Gastprofessur 2015


Im ersten Jahr, zum Sommersemester 2015, übernahm die Professur das Autoren-Regie-Team Helgard Kim Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel, das unter dem Label Rimini Protokoll mit der Idee eines dokumentarischen Theaters Furore gemacht hat. Ihre Arbeiten im Bereich Theater, Hörspiel, Film, Installation entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen.


Im Rahmen ihrer Gastprofessur entwickelte das Kollektiv in Kollaboration mit Urbane Künste Ruhr das Projekt Truck Tracks Ruhr: In einem als mobilem ZuschauerInnenraum umfunktionierten, fast komplett verglasten Lastwagen konnten die ZuschauerInnen neue Geschichten über die eigene Stadt erfahren. Studierende der Ruhr-Universität Bochum inszenierten und vertonten die Stadtlandschaft und das alltägliche Leben. Das Publikum fuhr durch Bochum und über den Stadtrand hinaus: Mit jeder Öffnung des Vorhangs hörten die ZuschauerInnen neue Schichten und Geschichten und projizierten sie aus der ZuschauerInnenbox hinter ein riesiges Fensterglas in die so gerahmte Umgebung.


Das so im Kontext der Christoph Schlingensief-Professur entstandene Projekt wurde zu einer ersten Testphase für das gleichnamige, daran anschließende und über zwei Jahre angelegte Kooperationsprojekt zwischen dem Institut Szenische Forschung der Bochumer Ruhr-Universität, dem Künstlerkollektiv Rimini Protokoll sowie Theaterhäusern und Museen in NRW, welches die Kunststiftung NRW außerdem förderte: Truck Tracks Ruhr, das im Rahmen von Urbane Künste Ruhr nun seit 2016 durch das ganze Ruhrgebiet reist.



Stationen der Truck Tracks Ruhr finden Sie hier


   


Rimini Protokoll