Ei Arakawa im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf




Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung des in Japan geborenen und in New York lebenden Künstlers Ei Arakawa. In Interaktion mit Personen, Alltagsgegenständen und Kunstwerken entwirft Arakawa seit mehr als einem Jahrzehnt Performances, hybride Szenografien und Installationen. Andere Künstlerinnen und Künstler sowie Musikerinnen und Musiker, Autorinnen und Autoren wie auch Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker können dabei ebenso Teil seiner Arbeit werden wie angeeignete Gemälde oder Skulpturen. Anknüpfend an künstlerische Strategien der Nachkriegsavantgarde wie der japanischen Künstlergruppe Gutai, der weltweiten Fluxusbewegung oder der New Yorker Performancekunst der 1970er bis 1990er Jahre, sind es die Wiederholung von Kunstgeschichten, die Warenförmigkeit von Erfahrung, das verbreitete Begehren nach Authentizität und die vermeintliche Intimität sozialer Netzwerke, die er zu unterlaufen sucht.


Als Fortsetzung seiner Befragung der performativen Potentiale von Malerei in Harsh Citation, Harsh Pastoral, Harsh Münster, seiner audiovisuellen Installation für die Skulptur Projekte Münster 2017, bildet in Düsseldorf eine so wegweisende wie persönliche Auswahl an historischen Performances den Ausgangspunkt: Mit Performance People ergründet Ei Arakawa performative Handlungsräume jenseits von Sensation und Influencer-Marketing, und schlägt eine alternative Lesart von Performance-Kunst vor. Die Zeitgebundenheit der vorgestellten Arbeiten wird im Kunstverein durch astrologische Analysen ihrer jeweiligen Geburtsstunde sowie Geburtsorte aktiviert, die von der amerikanischen Künstlerin Sarah Chow erstellt wurden. Auf diese Weise werden Performances wie 7360 Sukiyaki von Tony Conrad (1973), May I help you? von Andrea Fraser (1991), oder Lee Lozano’s Untitled (Boycott Women) aus dem Jahre 1971 in Arakawas multimedialer LED-Installation buchstäblich als „Personen“ adressiert – einschließlich ihrer jeweiligen psychologischen Eigenheiten, ihren karmischen Bestimmungen und der Kraft ihres zwischenmenschlichen Wollens. Wie denken und fühlen Performances? Wie setzen sie sich zu uns in Beziehung? Wie manifestieren sie ihre medienspezifischen Träume?


Der Rhythmus der Ausstellung korrespondiert mit den Merkurbewegungen der Monate Mai, Juni und Juli. Während des Sommers erwarten die Besucherinnen und Besucher Radiosendungen, Aufsätze, Musik und fiktive Interviews, die in Zusammenarbeit mit Sarah Chow und dem Musiker Christian Naujoks produziert wurden.

(Text: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf)



Die Ausstellung wird von der Kunststiftung NRW gefördert.



Ausstellungsdauer:

12. Mai – 5. August 2018


Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

Grabbepl. 4

40213 Düsseldorf