Frieden. Von der Antike bis heute.
Münster


Fritz Grotemeyer, Friedensverhandlungen im Rathaussaale zu Münster 1648, 1895–1902. Foto: Stadtmuseum Münster.



400 Jahre nach Ausbruch des 30-jährigen Krieges (1618), 370 Jahre nach Abschluss des West-fälischen Friedens (1648) und 100 Jahre nach dem Friedensschluss von Versailles (1918), der den Ersten Weltkrieg beendete, beschäftigt sich die Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ mit der Frage, warum Menschen zu allen Zeiten den Frieden wünschen, seine Bewahrung auf Dauer aber nie gelang. Frieden ist mehr als der Verzicht auf Gewalt – mit ihm verbindet sich die Hoffnung auf Harmonie, Freundschaft, Liebe, Glück, Wohlstand und Gerechtigkeit.


In Münster, der Stadt des Westfälischen Friedens, zeigen das LWL-Museum für Kunst und Kultur, das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, das Archäologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), das Bistum Münster und das Stadtmuseum Münster in einer einzigartigen Kooperation von fünf Institutionen diese Ausstellung, die in interdisziplinärer Kooperation mit dem Exzellenz-Cluster „Religion und Politik“ der WWU erarbeitet worden ist.


Die Herstellung und Sicherung des Friedens bleibt die dringlichste Aufgabe der Gegenwart. Frieden ist in der Geschichte der Menschheit lediglich zeitlich, räumlich oder personell begrenzt erreicht und immer wieder gebrochen worden. Dies darzustellen und mittels ausgewählter Kunstwerke und kulturhistorischer Objekte von europäischem Rang erfahrbar zu machen, ist das zentrale Anliegen der fünfteiligen Ausstellung, die den Bogen von der Antike bis zur Gegenwart schlägt.


Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr. Die Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Kunst³ für das LWL-Museum für Kunst und Kultur, der Sparkasse Münsterland Ost, der Friede-Springer-Stiftung und weiteren Förderern.



 

LWL-Museum für Kunst und Kultur: Wege zum Frieden

 

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur zeigt Bilder, die die Wege zum Frieden veranschaulichen. Seit Menschengedenken weckt das Ideal einer aggressionsfreien Welt Sehnsüchte und  Hoffnungen, die in Bildthemen wie Das goldene Zeitalter und Paradiesvorstellungen als Friedensutopien lesbar sind. Künstler wie Rubens, Delacroix, Lehmbruck, Dix, Kollwitz haben sehr unterschiedlich mit der Bedeutung von Frieden gearbeitet. Ebenso werden bedeutsame Friedensschlüsse gezeigt bis hin zu Friedensbildern der jüngeren Zeitgeschichte.



Archäologisches Museum: Eirene / Pax – Friede in der Antike


Das Archäologische Museum zeigt mit Exponaten aus der Zeit vom 8. Jh. v. Chr. bis ins 3. Jh. n. Chr. die Bedeutung des Friedens in der griechischen und römischen Antike auf. Im Zentrum der Ausstellung steht die berühmte Statue der Eirene, die wohl 375 v. Chr. auf der Athener Agora aufgestellt wurde.



Kunstmuseum Pablo Picasso Münster: Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube


Das Picasso-Museum widmet sich mit der Ausstellung „Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“ (28.4.-2.9.2018) der künstlerischen Auseinandersetzung des Spaniers mit Krieg und Frieden. Die rund 60 hochkarätigen Werke veranschaulichen seinen Einsatz für die Ziele der Friedensbewegung und seinen Versuch, die Kriegsschrecken des 20. Jahrhunderts künstlerisch zu überwinden.



Stadtmuseum Münster: Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden

 

Die Ausstellung widmet sich der Rezeptionsgeschichte des Westfälischen Friedens, wobei die Jubiläen 1748, 1848, 1898 und 1948 im Fokus stehen. Der Umgang mit den großen Jubiläen wird anhand verschiedener historischer Objekte beleuchtet. Eine Ausstellung, die 1940 von den Nationalsozialisten zum 300. Jahrestag 1948 geplant wurde, wird rekonstruiert.



Das Bistum Münster: Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?

 

Mit 100 hochrangigen und internationalen Leihgaben aus beinahe 2000 Jahren zeigt die Ausstellung des Bistums Münster erstmals die Geschichte der christlichen Friedensideen und den widersprüchlichen Umgang mit ihnen. Eine eigene Kinderebene vermittelt das Thema an die jungen Besucher. Ein Audioguide wird angeboten.



Das Exzellenzcluster „Politik und Religion“ der Universität Münster hat bei der Ideenfindung und Konzeption beraten und begleitet die Ausstellung mit einem wissenschaftlichen Symposium im Mai 2018.



Ausstellungsdauer: 28. April bis 02. September 2018

Ausstellungsorte:

LWL-Museum für Kunst und Kultur: Domplatz 10, 48143 Münster

Archäologisches Museum der WWU: Domplatz 20-22, 48143 Münster

Institut für die Geschichte des Bistums Münster, Ausstellungsprojekt "Wege zum Frieden": Wegesende 4, 48143 Münster

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster: Picassoplatz 1, 48143 Münster

Stadtmuseum Münster: Salzstraße 28, 48143 Münster